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  • Plagemanns Mühle

    Plagemanns Mühle


Plagemanns Mühle

- der Name leitet sich vom letzten Besitzer ab - liegt nördlich des Stiftes an der Vechte. Ein Gründungsdatum ist nicht bekannt, doch dürfte der Bau der Mühle bald nach Gründung des Stiftes 889 erfolgt sein. Nach der Auflösung des Klosters 1808 aufgrund des Reputationshauptschlusses von 1803 der die Säkularisierung der die Regulierung des gesamten geistlichen Besitzes rechts des Rheins vorsah, wurde der Fürst zu Salm-Hostmar Eigentümer der Mühle. Dieser verkaufte sie 1962 an den damaligen Pächter Plagemann. 1985 gelangte die Mühle durch Kauf  in den Besitz der Gemeinde Metelen, die die Anlage zusammen mit dem Sägewerk nach der Restaurierung durch den Heimatverein diesem zur Nutzung überließ. Der Heimatverein richtete in der Mühle ein Mühlen- und Gattermuseum ein und stellt parallel dazu Gerätschaften aus Landwirtschaft und Handwerk aus. Neben Ackergeräten und Handwerkszeug des Bäckers und des Imkers sind es vor allem das Holzschuhmacher- und das Schuhmacherhandwerk mit seinen vielen Werkzeugen, die das Museum sehenswert machen. Aber auch Gerätschaften aus dem Schreiner- und Zimmererhandwerk kann der Besucher kennen lernen. Inzwischen haben sich über 700 Exponate angesammelt.

Die schriftlichen Zeugnisse über die Mühle sind spärlich, so dass man die Geschichte der Mühle nur in Ausschnitten beschreiben kann. Der große Brand von 1575, der ganz Metelen zerstörte, hatte auch die Mühle erfasst. Noch bevor man mit dem Wiederaufbau begann, wurden, wie es in schriftlichen Nachrichten von 1580 zu lesen ist, Veränderungen am Stauwerk der Mühle vorgenommen, wodurch sich der Wasserstand in den Gräben der Stadtbefestigung verbesserte.
Auch im 17. Jahrhundert fanden hier weitere Arbeiten statt. So konnten 1632 die Arbeiten am Wehr beendet werden. Auch waren inzwischen 2 Mahlgänge eingebaut worden. 1670 und 1677 ließ die Äbtissin umfangreiche Erneuerungen unter anderem am Grundwerk der Mühle ausführen. Trotz aller Verbesserungen ließen sich die Wasserprobleme nicht abstellen. 1808 gab der Müller Wortmann für einen Zeitraum von 8 Jahren je 6 Wochen Ausfallzeit durch Trockenheit und Wassernot an. Auch über die Pachtbedingungen in dieser Zeit und über die Maulgebühren werden wir in den Aufzeichnungen gut unterrichtet. Die jährliche Pacht belief sich auf  610 Rth. Nachlass erhielt der Müller bei längerem Stillstand der Mühle. Das Multerkorn  orientierte sich am landesüblichen Maß (1/30 des Mahlguts). 1852 wurde 1/26 Scheffel gemultert. Für äußeres Gangwerk, Mahlgang und Geräte war der Pächter verantwortlich, und er musste die Mühle im angetroffenen Zustand wieder übergeben.

Wegen Platzmangels im Gebäude fehlte der Mühle zunächst ein Sichter eine - „Beutel“ -Anlage, zur Trennung von feinem und groben Mehl. Unter anderem wohl auch aus diesem Grund hatte der Fürst schon 1830 das Mühlengelände massiv in Ziegelstein erneuern lassen und dabei ebenfalls die Mühlentechnik modernisiert. Neben der Anlage eines dritten Mahlgangs war 1846/47 unter dem Pächter Kaufmann Wesselinck aus Rheine auch ein Graupengang angelegt worden. Im Anschreibbuch erscheint dieser als „Pellenmühle“. An Mahlgut nennt das Anschreibbuch: Weizen, Mang (Mischkorn), Roggen, Malz, Schweinkorn, Pellen (Graupen) und Buchweizen. Weiter sagt das Anschreibbuch des Pächters Brinckwirth für die Jahre nach 1868 aus, dass inzwischen ein Sichter vorhanden war. 1902 ließ die Fürstlich Salm-Horstmarsche Rentkammer anstelle des Wasserrades eine Turbine einbauen und das zerschlissene Getriebe auswechseln. Die Turbine ermöglichte nicht nur eine rationellere Verwendung des Wassers, sie erhöhte außerdem die Antriebskraft von 12 auf 25 bis 30 PS. Zur Verbesserung der Mehlqualität wurde 1935/36 unter dem Pächter Plagemann ein Walzenstuhl eingebaut  Eine Elevator beförderte das vermahlene Korn auf die Plansichter. Plagemanns verarbeiteten nicht nur das Mahlgut der Kunden aus dem Ort und aus der Bauernschaft, sie kauften auch Korn auf und mischten es mit überseeischem Getreide, um eine bessere „Klebefähigkeit“ des Mehls zu erreichen. Das so bereitete Auszugsmehl wurde an Großabnehmer verkauft. Neben dem Mühlenbetrieb hatte der Pächter eine stationäre Drescherei eingerichtet, die 1921 aufgegeben und durch ein Sägewerk ersetzt wurde. Erst 1962 konnten Plagemanns die Mühle kaufen. Der Mühlenbetrieb wurde schon ein Jahr später eingestellt, das

Sägewerk blieb bis 1986 weiter in Betrieb.

1979 beantragte die Gemeinde die Unterschutzstellung der Mühle Über Pachtverträge von 1981 und 1984 sowie Ankauf in 1985 gelangte die Mühle in den Besitz der Gemeinde Metelen. Nach einer umfangreichen Instandsetzung durch die Heimatfreunde, die mehrere Jahre in Anspruch nahm, wurde die Anlage am 12. Mai 1984 als Museum wieder geöffnet. Der Heimatverein betreut die Anlage seit dem Engagement und Hingabe. Das Nutzungsrecht wurde 2008 für weitere 20 Jahre vertraglich vereinbart.

Impressionen

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Kontaktdaten

Vorsitzender Heinz Tewes
Tel.: 02556 / 435

Koordinator Herbert Lösing
Tel.: 02556 / 223

Öffnungszeiten

„Tag der offenen Tür“ ist von April bis Oktober an jedem ersten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr. Weitere Termine sind der Pfingstmontag (Mühlentag) und  am Europäschen Denkmaltag im Spetember.

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